Vereinschronik der SG St. Wolfgang e. V.

 

Das Gründungsdatum der Schützengesellschaft St. Wolfgang kann leider nicht genau angegeben werden. Als älterstes Dokument dient ein Bild, auf dem einige Schützen mit einer Schützenscheibe abgebildet sind. Auf der Scheibe kann man die Jahreszahl 1926 erkennen.

 

von links stehend: Maria Niederwanger, Anna Sonderhauser (Wirtin), Christina

Hüttner, Maria Nobis; sitzend: Heinrich Forster.

 

Für die Zeit vor dem 2. Weltkrieg gibt es keine schriftliche Aufzeichnung. Durch mündliche Überlieferung ist lediglich bekannt, dass beim Wirt in St. Wolfgang geschossen wurde und Leonhard Huber, der "Kothöder Hartl", die Geschichte des Vereins führte.

Von links nach rechts: Isidor Hütter, Kajetan Maier, Wirts-Vater (Nöhreiter), Holzner,

Mathias Wimmer, Georg Wimmer, Anna Sonderhauser, Michael Piederstorfer,

Heinrich Forster, Hilger (Schmid von Dorfen), Leonhard Huber (Schützenmeister),

Lehrer Hartmann, Sonderhauser (Gastwirt)

 

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 durfte aufgrund der Lockerung des Waffengesetzes wieder mit Luftdruckwaffen geschossen werden. Die damaligen Wirtseheleute von St. Wolfgang, Franz und Anna Mang kauften noch im selben Jahr ein Luftgewehr und der Zimmermann Hans Schwankner aus Massing baute einen beweglichen 8m Schießstand. Somit waren die Voraussetzungen für einen geordneten Schießbetrieb geschaffen und es wurden erste Schießabende abgehalten.

 

Ab dem Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg war der Milchfahrer Isidor Hütter Schützenmeister, als Kassier stand ihm Paul Seifert und als Schriftführer Hans Stoiber sen. (Mesner) zur Seite. Die Schießabende wurden jeweils samstags in der Gaststube des Wirtes in St. Wolfgang durchgeführt. Die Wirtsstube wurde hierzu nur durch einfache Trennwände abgeteilt. Hinter der Planke vor dem Schießstand saß ein "Zieler", welcher die Scheiben einlegte und jeden Schuss anzeigte. Bei einem "Blattl" gab er einen "Juchizer" von sich und er bekam dann vom Schützen ein "Zehnerl".

 

Um bei der steigenden Mitgliederzahl einen reibungslosen Schießbetrieb zu gewährleisten, installierte man bereits 1951 einen zweiten Schießstand. Die gesellschaftliche Eingliederung der Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat wurde durch die Mitgliedschaft im Schützenverein und der Teilnahme an den Schießabenden vertieft. Der erste Schützenausflug wurde im Sommer 1955 durchgeführt. Dieser Tagesausflug fand so großen Anklang, dass in den folgenden Jahren wieder Tagesausflüge durchgeführt wurden. Seit 1976 werden 2-Tagesfahrten veranstaltet. Um die vorhandenen Schießstände auf das Normmaß von 10 Meter zu verlängern, wurde die Wand vom Gastzimmer und Nebenzimmer durchbrochen und ein Fenster eingebaut. Folge davon war, dass die Wirtsleute am Samstagabend auf das Fernsehen verzichten mussten.

 

1960 gab Schützenmeister Isidor Hütter sein Amt als Schützenmeister ab, das nach einigem Hin und Her Josef Schmid (Klinger Sepp) aus Rupertsdorf übernahm. Schon nach zwei Jahren legte auch er sein Amt nieder und es folgte Johann Spatzl (Friedl Hans) aus Unterhilgen. Im Jahre 1965 wurde Hans Stoiber zum Schützenmeister gewählt. Die Mitgliederzahl lag damals ziemlich konstant bei 25. Obwohl bei den Schießabenden immer weit mehr Priorität auf das Gesellschaftliche als auf die Schießleistung gelegt wurde, siedelte man 1973 von der Gaststube in den Saal des Wirtshauses um, wo zunächst drei, später 1978 acht Stände installiert wurden.

 

Nach der Saison 1975/76 trat Hans Stoiber als Schützenmeister zurück und Engelbert Namberger (Michlbauer) aus Berg wurde sein Nachfolger. Mit Hans Rupert Stoiber als Kassier bemühte man sich besonders um Werbung junger Mitglieder. Mit den jungen Mitgliedern wurde der Leistungsgedanke verstärkt und 1980 schlossen sich die St. Wolfganger Schützen den Rundenwettkämpfen des Alzgaus Trostberg an.

Ein besonderes Schmuckstück des Vereinsheims, handgeschnitzt

von unserem Schützen Peter Fischer.

 

Das 50-jährige Jubiläumsschießen der Schützengesellschaft St. Wolfgang war mit 14 geladenen Schützenvereinen die erste von unserem Verein durchgeführte Großveranstaltung. 1982 wurde die erste Satzung angefertigt und genehmigt.

1983 wurde die Gastwirtschaft in St. Wolfgang geschlossen und die Wolfganger Schützen hatten keinen Schießstand und kein Vereinslokal mehr. Damit wurde auch der traditionelle Kehraus am Faschingsdienstag beim Wirt in St. Wolfgang beerdigt. Diese Veranstaltung war aufgrund der originellen Einladung der Wolfganger Schützen weit und breit sehr bekannt. Beim Endschießen im April 1983 wurden um 3:00 Uhr morgens zum Abschied von St. Wolfgang die Kirchenglocken geläutet.

 

In der Saison 1983/84 wurden die Schießabende bei den Zimmerstutzen-Schützen in Altenmarkt abgehalten. Dank gilt hierfür den Altenmarkter Schützenfreunden und der Familie Pradl. Nach großer Suche "Wo könnte man denn einen Schießstand bauen?", bot sich im Keller des Sägewerks von Erich Maier die Möglichkeit an. Von amtlicher Seite (Landratsamt mit Kreisbaumeister Greiml) durfte aber niemand von diesem Plan erfahren, damit der Bau des Sägewerks nicht behindert wurde. Erst als dieses schon in Betrieb war, konnte der Plan für den Schießstand und das Vereinslokal zur Genehmigung eingereicht werden. Erst mit dem Einschalten des Landrats wurde der Plan genehmigt und es konnte endlich mit dem Bau begonnen werden.

Unterstützung erhielten die Wolfganger Schützen dabei durch die Gemeinde Altenmarkt, durch die Brauerei Dietl sowie durch Materialspenden. Ergänzt durch Eigenkapital und über 2500 Freiwilligen Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern ließ sich 1984 der Schießstand mit acht elektrischen Zugständen fertigstellen. Im Vereinslokal wurden aufgrund des fehlenden Mobiliars vorübergehend Biertischgarnituren aufgestellt. Erst durch zinslose Darlehen von 23 Vereinsmitgliedern konnte auch das Vereinslokal eingerichtet und fertiggestellt werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Fähigkeiten im Schreinerhandwerk von Peter Fischer entstand dabei eines der schönsten Vereinslokale im Alzgau Trostberg. Erich Maier übernahm mit dem Bezug des neuen Schützenlokals die Bewirtung.

Durch das im Jahre 1987 stattfindende Standeröffnungsschießen konnte die Hälfte der Darlehen wieder zurückgezahlt werden. Die Mitgliederzahl stieg in diesem Jahr auf über 80. Von 1983 bis ... wurde das traditionelle Grillfest der Schützen bei Schorsch Mayer in Berg abgehalten. Ab dem Jahr ... findet das jährliche Schützengrillfest am Schützenheim in Rabenden statt.

1987 wurden Hans Müller für die SG St. Wolfgang Gauschützenkönig und Franz Zillner Gaujungschützenkönig. Die Nachfolge von Hans Müller als Gauschützenkönig wurde von Erich Maier jun. angetreten. Um bei öffentlichen Auftritten als Einheit aufzutreten, beschlossen die Schützen 1988 eine eigene Vereinskleidung. 1993 hielt die SG St. Wolfgang für den Alzgau Trostberg das Gauschießen ab. Dabei wurde zum ersten Mal bei einem gaugeschlossenen Schießen die Teilnahmegrenze von 500 überschritten.

1995 nach dem Fackelzug, anlässlich das Buchenwaldfestes in Altenmarkt, wurde erstmals über die Anschaffung einer Vereinsfahne nachgedacht. Die im Alztaler Hof anwesenden Schützen Sepp Bernauer, Hans Müller, Waldemar Schimpl, Ernst Stoiber, Hans-Rupert Stoiber, und Sepp Zoister gründeten spontan einen Förderkreis zur Anschaffung einer Vereinsfahne. Sepp Zoister spendete den ersten Hunderter und alle weiteren oben genannten Schützen folgten sofort mit demselben Betrag. Auch Nichtschütze Hans Obermaier aus Altenmarkt leistet dazu einen finanziellen Beitrag. Im Verlauf der nächsten Jahre traten viele weitere Vereinsmitglieder dem Förderkreis bei.

1996 übernahm Franz Zillner das Amt des ersten Schützenmeisters von Engelbert Nam-berger. In diesem Jahr konnte auch eine Schützenkette gekauft und die Königswürde aus-geschossen werden. Beim Schützen- und Feuerwehrball 1997 in Rabenden wurde Luise Bernauer zur ersten Schützenkönigin gekürt, Engelbert Namberger wurde in diesem Rah-men zum Ehrenschützenmeister der SG St. Wolfgang ernannt.

Das Aufstellen des Maibaums zusammen mit der Feuerwehr Rabenden wurde erstmalig 1997 durchgeführt. Mit den Jahren 2003, 2008 und 2014 folgten jene Jahre, in denen jeweils ein neuer Maibaum aufgestellt wurde. In den Jahren zwischen dem Aufstellen ist am Dorfplatz ein Maibaumfest veranstaltet worden.

Um dem Sinn der Gemeinnützigkeit nachzukommen, wurde am 15.09.2000 auf Vorschlag der Vorstandschaft der SG St. Wolfgang bei einer außerordentlich einberufenen Mitgliederversammlung die Eintragung ins Vereinsregister einstimmig beschlossen. Am 25.05.2001 erfolgte letztendlich unter Anerkennung der angestrebten Gemeinnützigkeit die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Traunstein.

Das 75-jährige Gründungsjubliäum, organisiert durch die damaligen Festausschussmitglieder Franz Zillner, Sepp Bernauer, Hans Müller, Ursula Stoiber, Sepp Ober, Sepp Zoister, Rainer Schmidhuber, Konrad Stadler, Hans Stoiber und Engelbert Namberger, feierte der Verein vom 18. bis 23. Juli 2001 im Bierzelt in Rabenden. Erstmalig in der Geschichte des Vereins wurde die neue Fahne feierlich am Festsonntag, den 22.07.2001 beim Gottesdienst durch H.H. Pfarrer Josef Stigloher geweiht. Hans Müller wurde zum 1. Fähnrich ernannt und durfte in diesem Rahmen die fünf gestifteten Ehrenbänder in Empfang nehmen. Fahnenmutter war Barbara Größ, Fahnenbraut Claudia Schroll, Trauermutter Ursula Stoiber, Patenbraut Martina Frisch und Herbergsmutter Roswitha Maier. Ein weiteres Band erhielt man vom Patenverein, der SG Kienberg, überreicht von der Patenbraut Bernadette Steiner.

 

Im Jahr 2002 löste Josef Bernauer nach sechs Jahren Franz Zillner als ersten Schützenmeister ab. Am 1. Mai 2002 wurde der gestohlene Maibaum zu den Kienberger Schützen zurückgebracht und aufgestellt. Eine besondere Anerkennung erhielt Ehrenschützenmeister Engelbert Namberger im Dezember 2002: Er wurde für seine 20-jährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der SG St. Wolfgang mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Altenmarkt ausgezeichnet.

Nur durch das Bereitstellen von zinslosen Darlehen der Mitglieder konnte am 27.04.2003 das Schützenheim in Rabenden gekauft werden. Im Laufe des Jahres folgte dann ein neuer Plan und es wurden Arbeiten an der West- und Nordseite des Schützengebäudes verrichtet.

Bei der Oberbayerischen Meisterschaft 2004 gelang dem erst 10-jährigen Johannes Müller der Meistertitel, den er in den Jahren 2006, 2007 und 2008 wiederholen konnte. 2007 fehlte ihm bei der deutschen Meisterschaft als Viertplatzierter nur ein Ring auf den ersten Rang.

Katharina Bernauer war im Jahr 2005 die erste Schützin des Vereins, die an der Deutschen Meisterschaft an den Start ging. Ebenfalls nahmen in den folgenden Jahren Johannes Müller, Julia Bernauer, Paul Judex, Anna Stadler, Markus Hofmann und Alois Müller jun. an der Deutschen Meisterschaft teil. Beim Gauschießen 2005 in Oberfeldkirchen konnte Julia Bernauer den Titel der Gaujugendkönigin erringen.

Am 22. Juli 2006 wurde das 80-jährige Bestehen des Vereins ihm Rahmen des Schützengrillfestes mit der Musikkapelle aus dem österreichischen Franking gefeiert.

Im Jahr 2008 sponserten Peter Fischer, Franz Zillner und Horst Untermaier eine neue Vereinskleidung für die Jugend.

Am 05.01.2008 fand der letzte Schützenball beim Gasthof Neureiter in Rabenden statt, da das Gebäude danach nicht mehr bewirtschaftet und im Frühjahr 2010 abgerissen wurde. Um auf diese Tradition weiterhin nicht verzichten zu müssen, schloss man sich für die nächsten Jahre mit den Kienberger Schützen zusammen. Seither wird jedes Jahr der gemeinsame Schützenball im Gasthof zur Post in Kienberg abgehalten.

Durch die stets steigenden Mitgliederzahlen und relativ engen Räumen des Vereinheimes wurde eine Erweiterung des Schützenheims und des Schießstandes angestrebt. Nach langen Planungen wurde der Spatenstich am 21. März 2008 gesetzt. Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Einen schweren Rückschlag jedoch erfuhr der Verein im Juli 2008, als unser Schützenmitglied und Elektriker am Bau, Karl Stadler, tödlich verunglückte. Karl Stadler, der in vielen Punkten des Neubaus Vorreiter und auch Motivator war, stellte einen herben Verlust dar.

Mit großem Engagement und Eifer, unterstützt durch heimische Firmen und einer Arbeitsleistung von 2.100 Stunden unserer Mitglieder, wurde ein abgetrennter, zweiter Schießstand mit vier vollelektronischen Schießanlagen, sowie zwei neue Umkleideräume, ein Auswerteraum, ein Lagerraum und der Durchgang zum bisherigen Schützenheim geschaffen. Die Hebfeier dazu fand am 21.11.2008 statt. Am Tag darauf wurde nach der Segnung der neuen Räumlichkeiten durch H.H. Pfarrer Josef Stigloher unser Neubau seiner Bestimmung übergeben.

Im Jahr 2009 wurde Johannes Müller beim Gauschießen in Tacherting Gaujugendkönig des Alzgaus Trostberg.

Ende November 2009 waren die Kienberger Schützen beim Wirt in Rabenden zum Patenbitten für ihr anstehendes Vereinsjubiläum zu Gast. Dies war die letzte Schützenveranstaltung beim Wirt in Rabenden. Folglich war man im Juni 2010 als Patenverein beim 125-Vereinsjubiläum der SG Kienberg mit zahlreichen Schützenmitgliedern vertreten.

In der Saison 2009/2010 gelang der ersten Rundenwettkampfmannschaft mit den Mannschaftsschützen Johannes und Christina Müller, sowie Katharina und Julia Bernauer der erstmalige Aufstieg in die Oberbayernliga.

Im Herbst 2010 wurden der Bau der Brandschutzmauer und Pflasterarbeiten im Außenbereich des Schützenheims durchgeführt.

Vom 7. bis 18.11.2012 war der Verein Ausrichter des Gauschießens des Alzgaus Trostberg. Dafür wurden acht elektronische Stände ausgeliehen und man war somit der erste Verein im Gau, der diesen Wettbewerb auf vollelektronischen Ständen ausrichtete. Am Ende verzeichnete man eine Rekordbeteiligung von 736 Teilnehmern, darunter insgesamt 102 vereinseigene Schützen.

Am 08.02.2013 verstarb unser Vereinswirt Erich Maier, der insgesamt fast 30 Jahre Schützenwirt des Vereinlokals war. Die Bewirtung des Schützenheimes führt seither seine Frau Roswitha Maier bis heute weiter.

Aufgrund der positiven Erfahrungen während des Gauschießens mit den vollelektronischen Schießständen wurde nunmehr beschlossen, die acht alten Zuganlagen ebenfalls auf vollelektronische Schießstände umzurüsten. Somit ging am 8. November 2013 eine langgehegte Ära zu Ende. Hierbei wurde letztmalig eine Erinnerungsscheibe auf Papierstreifen ausgeschossen, die Agnes Müller für sich gewinnen konnte. Voller Eifer war der Schießstand innerhalb einer Woche umgebaut und so konnte man am 15. November 2013 erstmals den Schießabend mit 12 vollelektronischen Schießanlagen durchführen.

Im Jahr 2014 erreichte man erstmals eine Mitgliederzahl von 150 Schützen. Im Februar 2014 spendierte Manuela Untermaier eine Schützenkette für die Jugend, welche Christian Trenker als erster Jungschützenkönig in Empfang nehmen durfte.

Im Herbst 2014 konnte ein Kompressor, welcher zum größten Teil durch Spenden von Schützenmitgliedern finanziert wurde, angeschafft werden.

Beim Gauschießen in Peterskirchen wurde Lena Steinmaßl zur Gaujugendkönigin gekürt. Durch diesen Erfolg durfte sie auch beim Bezirkskönigsschießen teilnehmen, schoss das beste Blattl und wurde auch noch zur Bezirksjugendkönigin von Oberbayern ernannt.

Seit 2014 laufen die Vorbereitungen für das 90-jährige Vereinsjubiläum, welches zusammen mit der Feuerwehr Rabenden bei den Rabend´ner Festwochen von 9. bis 19. Juni  2016 gefeiert wird. Festausschussmitglieder sind Sepp Bernauer, Helmut Trenker, Alois Josef Müller, Christina Müller, Georg Gmeindl und Markus Hofmann.